„… die unserem Verständnis nach unabdingbar zum Berufsbild des Kommunikationsdesigners gehört.” So schließt der in der Überschrift genannte Satz. Und ist das Argument des Bund Deutscher Grafik-Designer e.V., meinen Aufnahmeantrag auf Mitgliedschaft abzulehnen.
Okay, ich habe mir selbst ein Manko anzurechnen: Ich war vor fünf Jahren schon einmal für ein Jahr Mitglied im BDG und hatte noch einen Jahresbeitrag offen. Nach der Trennung von meiner langjährigen Partnerin und zwei Umzügen hatte ich wichtigere Dinge, um die ich mich kümmern musste, diese Sache nicht mehr in Erinnerung und mich daher unglücklicherweise beim BDG nicht mehr gemeldet.
Aber der oben zitierte Satz ist doch wohl eher ein Vorwand denn ein Argument. Meines Erachtens hat eher der ausstehende Forderungsbetrag eine Ablehnung bewirkt.
Wieso sollte mich der BDG nicht aufnehmen, wenn ich als Grafik-Designer Firmen wie Telekom, Otto Versand und Daimler-Chrysler zu meinen Kunden zähle? Wo wird da die „originäre Kompetenz“ vermisst, wenn diese Großkunden mit meiner Arbeit zufrieden sind? Und wieso wurde ich vor fünf Jahren aufgenommen, heute aber nicht mehr – obwohl mein Portfolio mit Arbeitsproben auf meiner Website eher noch angewachsen ist im Vergleich zu vor fünf Jahren?
Für mich ist dies leider wieder ein Beispiel für einen Berufsverband, der die Nase einfach zu weit oben trägt. „Kommunikationsdesigner“ … „Studienabschluss“ … usw.. Die meisten Berufsverbände in diesem Bereich sind für mich mittlerweile zu elitär. Vor Jahren war ich Mitglied im AGD – Allianz Deutscher Designer. Ein netter „Club“, freundliche Mitgliedstreffen in Hamburg, manchmal ein kostenloser Vortrag eines Vorstandsmitglieds, gute Unterstützung mit Broschüren und in Rechtsfragen. Aber auch dieser „Club“ hat seine Nase zu weit oben. Die Vergütungsrichtlinien – sogar laut Aussage des AGD vor Gericht anerkannt für Rechtstreitigkeiten bei Honorarfragen – sind so realitätsfern, wie ich es nur phantasieren kann. Welcher Kunde zahlt mir ein Stundenhonorar von € 150,–? Bin ich ein Fachanwalt, Steuerberater oder Radiologe? Völlig an der Realtiät vorbei. Aber so schätze ich nun einige dieser Berufsverbände ein.
Ich komme zu der Überzeugung: Ich bin mir meiner Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen bewusst – und brauche keine Absegnung eines Berufsverbandes, den ich im Briefkopf meiner Geschäftspapiere führen „darf“. Es geht auch ohne – eben wie bisher …
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